Shoppen für die Rente

Die Idee ist nicht neu, aber das Marketing ist raffinierter geworden. Shoppen für die Rente heißt das Zauberwort, das System klingt zunächst einmal einfach: Beim Einkaufen wird ein bestimmter Prozentsatz des Zahlbetrages vom Anbieter in die Rente des Käufers investiert. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein? - Ist es auch!

Eine findige Werbeagentur hat ein altes Produkt neu verpackt, bald wird es bei einem bekannten Diskounter zu finden sein. Auch andere Kreditkartenunternehmen bieten das Produkt an. Wer mit seiner Kreditkarte Einkäufe tätigt, tut seiner Rente nebenbei auch noch was Gutes. Denn auf den Umsatz zahlt das Kreditkartenunternehmen dem Käufer eine Vergütung von 0,5%, welche direkt in die Rente fließt. Klingt gut? Mitnichten.

Viele Versicherungsmakler halten die sogenannte “Deutschlandrente” mehr für einen guten Marketinggag, als für eine sinnvolle Vorsorge für das Alter. Zumal fallen spätestens nach den ersten beiden Jahren Jahresgebühren für die neue Kreditkarte an, auch sind Kreditkartenzahlungen in der Regel teuerer als z.B. EC- Zahlungen, da dass Kreditkartenunternehmen einen gewissen Prozentsatz an Gebühren erhebt. Shoppen und Altersvorsorge sind eben doch eher wie Feuer und Wasser.

Zudem muss man lange einkaufen, bevor man mit 0,5% Vergütung überhaubt zu einem halbwegs ansehnlichen Betrag kommt.

Wer wirklich sinnvoll für die Altersrente vorsorgen will, ist mit den herkömmlichen Vorsorgemöglichkeiten unterm Strich weit besser bedient, zumal die Illusion, mit dem Einkauf auch etwas Gutes für die Rente zu tun, vor allem eines bewirkt: Man gibt erst mal mehr Geld aus, als man es sonst tun würde.

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