Geduld ist eine Tugend

Geduld ist eine Tugend und davon müssen gesetzlich Versicherte nach aktuellen Untersuchungen von Wissenschaftlern der Universität Köln reichlich mitbringen.

Laut der Untersuchung müssen Kassenpatienten dreimal länger auf eine Behandlung beim Facharzt warten, als dies Privatpatienten tun. Die Wissenschaftler haben sich mal als Kassenpatienten, mal als Privatpatienten ausgegeben und vereinbarten bei rund 200 Facharztpraxen einen Termin. Die Anfragen waren aber immer die selben.

Der Grund ist schlicht: Privatpatienten bringen mehr Geld. Während Fachärzte für Kassenpatienten pro Quartal nur ein festgesetztes Budget ausschöpfen können, gibt es ein solches Bugdet bei Privatversicherten nicht. Neigt sich ein Quartal dem Ende zu, sind meist auch die Budgets der Fachärzte ausgeschöpft. Die Folge: Der Facharzt erhält von der Kasse seine Kosten nicht mehr erstattet.

Das führt wiederum häufig dazu, dass medizinisch nicht unbedingt notwendige Behandlungen auf das nächste Quartal gelegt werden.

Kassenpatienten müssen der Studie zufolge durchweg längere Wartezeiten als Privatpatienten hinnehmen. Die Unterschiede in den Wartezeiten hängen von der Art der Behandlung ab. Wahrend Kassenpatienten auf einen Allergietest im Schnitt 26 Tage warten müssen, bekommen Privatpatienten diesen schon nach gut acht Tagen.

Die Stichproben wurden nicht in ganz Deutschland vorgenommen, so dass es regionale Unterschiede geben kann. Die GKV betonte allerdings nochmals, dass medizinisch notwendige Untersuchen unabhängig jeglicher Bugdierung vorgenommen werden.

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