Mit Beginn des neuen Jahres ist es soweit: Der Gesundheitsfonds wird das Rückrat der GKV bilden. Die Meinungen über das Inkrafttreten des Fonds sind geteilt, während die Bundesregierung diesen als den großen Wurf verkauft, stehen Experten dem Fonds äußerst skeptisch gegenüber. Und eines scheint schon jetzt klar zu sein: Der Gesundheitsfonds ist bereits vor seinem Start unterfinanziert - und das obwohl die überwiegende Mehrheit der Gesetzlichen Kassen den Beitrag teilweise kräftig hat anheben müssen.
Schätzungen zufolge wird das zu erwartende Defizit des Gesundheitsfonds fast eine halbe Milliarde Euro betragen - ob es bei diesem Defizit bleiben wird, ist ebenfalls fraglich.Das zu erwartende Finanzloch wird der Bund schultern müssen, der die Unterfinanzierung wird ausgleichen müssen. Allerdings wird im Folgejahr der Fonds dieses “Darlehen” an den Bund zurückzahlen müssen - theoretisch zumindest.
Für die GKV ändert sich zunächst gar nichts. Der Einheitsbeitrag bleibt vorerst bei 15,5 %, was für die meisten Versicherten eine teil drastische Erhöhung bedeutet. Da das Einnahmerisiko des Fonds beim Bund liegt, sind die Kassen zumindest nicht unmittelbar betroffen vom Finanzausfall. Schon regulär, also ohne Übernahme des Defizits, sollen die Bundesmittel am Fond 2010 rund 5,5 Milliarden Euro betragen.
Den Grund für die Unterfinanzierung des Fonds: Die weltweite Wirtschaftskrise. Da das vollständige Ausmaß der Krise in Deutschland noch nicht absehbar ist, kann sich die Unterfinanzierung des Gesundheitsfonds noch deutlich erhöhen. Auch die Entwicklung der Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen scheint zum heutigen Tage unklar, während die Kassen mit deutlich höheren Ausgaben im Jahr 2009 rechnen, nimmt die Bundesregierung eine abwartende Haltung ein.

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