Bundesärztekammer gegen Einheitsversicherung

Die Bundesärztekammer (BÄK) und der Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstelle (PVS) sprechen sich gegen eine Einheitsversicherung aus. Die Koexistenz von privater und gesetzlicher Krankenversicherung solle auch in Zukunft bestehen, forderten die BÄK und der PVS zum Auftakt des Workshops „Weiterentwicklung der privaten Krankenversicherung“.

Der Vorsitzende des BÄK-Ausschusses „Gebührenordnung“, Franz Gadomski betonte, dass der hohe Standard der medizinischen Versorgung im internationalen Vergleich eng verbunden mit dem Erfolgsmodell des gegliederten Krankenversicherungssystems sei. Der Unterschied zwischen rationierter und guter Medizin müsse deutlich gemacht werden. Bei der Integration medizinischer Innovationen müsse weiterhin eine starke private Vollversicherung vorangehen.

Die Nachteile staatlicher Gesundheitssysteme hat das deutsche Zwei-Säulen-System bisher mit langen Wartelisten, der Entstehung „grauer“ Gesundheitsmärkte und Einschränkungen der Patientensouveränität verhindern können. Man würde die Absenkung des Versorgungsniveaus billigend in Kauf nehmen, wenn man weiterhin die Schaffung einer staatlich verordneten Einheitsversicherung zu Lasten der Privaten Krankenversicherungen propagiere.

Das Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherungen solle laut PVS-Vorsitzenden Jochen-Michael Schäfer überarbeitet und auf eine tatsächlich solidarische Grundversorgung angepasst werden. Die über die Grundversicherung hinaus reichenden Leistungen seien in privatrechtlichen Versicherungsverhältnissen abzusichern, so Schäfer, da die Prognose zur Kostenentwicklung im Gesundheitswesen keine andere Lösung zulasse. Die Eigenverantwortung der Versicherten müsse gestärkt sowie das Verhältnis von Subsidiarität und Solidarität neu bestimmt werden.

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